4 Monate sind schon vorbei und am Freitag ist bereits Weihnachten. Dann kommt Silvester und am 20. Jan wechsele ich schon die Familie. Damit ist die Hälfte vom Austausch rum. Am 29. Geht es in das Amazonasgebiet.
Die letzten 2 Wochen stand eigentlich richtig viel auf dem Programm:
Am Freitag den 10. hatte ich noch eine kleine Feier zu meinem Geburtstag mit meinen Klassenkameraden und ein paar Austauschschülern.

Es war wirklich schön, doch am Samstag hieß es schon wieder sehr früh aufstehen, denn es ging in die Schule, wo meine Gastmutter einmal die Woche ehrenamtlich arbeitet. Diese Schule ist für Kinder, deren Eltern es sich nicht leisten können, ihren Kinder eine gute Bildung zu ermöglichen und wird durch Spenden finanziert. An diesem Tag fand dort eine kleine Weihnachtsfeier für die Kinder statt. Paulina und ihre Schwester waren dafür eingeteilt, Sandwiches zu machen und wir haben alle dabei geholfen.

Am Nachmittag ging es dann auf die Finka der Familie zum Geburtstag eines Onkels und da fing es langsam an, dass ich Halsschmerzen bekam. Abends haben mir Paulina und Rolando was für meinen Hals gegeben, doch Sonntagmorgen war es nicht wirklich besser und dazu kam noch, das sich mein Kopf anfühlte, als stände er kurz vorm Platzen. Somit bin ich nach dem Frühstück wieder ins Bett. Doch am Nachmittag musste ich mich aufrappeln, denn Freitags hatten die Examen begonnen und für Montag stand Mathe auf dem Programm. Abends sind wir noch ins Haus von Bekannten gefahren. Dort fand ein „Paseo del nino“ statt. Das ist eine Prozession von Kindern innerhalb des Hauses. Diese verteilen Rosenblätter und hinter den Kindern folgt ein kleines Mädchen als Engel verkleidet, welches in einem Körbchen ein Jesuskind trägt. Dazu wird die ganze Zeit gesungen.
Am Donnerstag haben die „Novenas“ angefangen. 9 Tage vor Weihnachten wird eigentlich jeden Abend bei einem anderen Teil der Familie gesungen, ein Gebet gesprochen und gegessen. Doch es war für mich nicht wirklich angenehm, denn ich habe mich Donnerstagabend richtig schlecht gefühlt und hatte auch etwas Fiber. Freitagmorgen war es allerdings wieder soweit ok und somit bin ich auch in die Schule. Nachdem ich mich im Laufe des Tages aber immer noch nicht wirklich besser gefühlt habe und Paulina mit ihrem Bruder (ein Arzt) gesprochen hatte, sind wir am Samstagmorgen zum Medical Center vom meinem Rotary Club gefahren und ich habe ein paar Medikamente verschrieben bekommen. Danach ging es für mich nach Quito zu einem Rotary-Club- Weihnachtsessen. Alle 4 Austauschschüler des Clubs haben ein Foto-Buch über Ecuador bekommen. Richtig schön! Nach dem Essen wurde noch getanzt und abends ging es dann für mich mit dem Tanzen weiter, denn ich bin mit meiner Schwester auf eine Geburtstagsfeier gegangen. Eigentlich war zu einem 18.Geb. von einer aus meinem Kurs eingeladen, doch Paulina und Rolando waren nicht so von Ort und Cover begeistert und meinten, ich könnte ja mit auf Vicky´s Party gehen. Vicky hatte dann für mich noch nach einer Einladung gefragt und es war auch kein Problem. Diese Feier war zum Geburtstag von 2 Töchtern des Supermaxis (sowas wie Aldi) in Ecuador und so war auch die Party….

Die Einladung: eine Tafel Wonka (Schokolade von Charly und die Schokoladenfabrik) mit einem goldenen Ticket (die Einladung) drin. Erst mal ein Riesenhaus mit Garten. Dort war ein Zelt aufgebaut, welches in Lounge und Tanzfläche unterteilt war. Der Pool war voll mit gebastelten Bonbons und selbst die Bäume waren mit weißen und roten Bänder geschmückt. Zu essen gab es Crepes, sowas wie Kebab und Sushi. Alle waren in Anzug und formellen Kleidern…. Wirklich sowas habe ich noch nie gesehen! Und natürlich gab es auch Live-Musik.
Am Sonntag ging es dann aufgrund einer Einladung von einem Freund von Rolando und Paulina ins andere Tal auf eine Finka. Diese hatte sogar eine eigene kleine Stierkampf-Arena, allerdings waren diese Stierkämpfe mit kleinen Stieren, mit Amateur-Toreros und ohne die Stiere umzubringen.
Dann hieß es, das ich das wahrscheinlich nie mehr erleben werde, also habe ich es mich auch mal getraut mich mit dem Stier anzulegen ;), aber natürlich nicht alleine, sondern zusammen mit einem ehemaligen Profi-Torero. Das 1. Mal war super, mein Herz schlug mir zwar bis zum Hals, aber… 10 min später wollte ich dann nochmal und zuerst ging auch alles gut. Als der Stier dann einmal durch das Tuch durch war, stand ich auf einmal alleine mit diesem Tuch da und der Mann, mit dem ich das zusammen gemacht habe ca. 5m von mir entfernt…. Und was macht man wenn man alleine mit einem Tuch vor einen Stierchen steht?... genau… SCHREIEN ;D so einen Schrei habe ich seit Jahren nicht mehr losgelassen ;D natürlich wollte ich nicht so aufhören, sondern noch einen letzten Versuch starten, doch nach meinem Schrei hatte es der Stier glaube ich auf mich abgesehen ;D Er ist nicht zwischen mir und dem Mann durch, sondern mehr auf mich zu und hat mich etwas am rechten Bein erwischt. Ich bin dann schnell hinter eine der Schutzwände gelaufen. Aber es ist nichts passiert :) das war echt ein Erlebnis.

Nächstes Jahr soll allerdings in Ecuador eine Abstimmung stattfinden und je nachdem, wie diese ausfällt, werden die Stierkämpfe in Ecuador verboten…..
Am Montag stand das letzte Examen an und es gab endlich Ferien :) insgesamt bin ich mit meinen Ergebnissen ganz zufrieden. In Mathe habe ich 20 Punkte (15 in Deutschland) :) Englisch kamen leider nur 16 raus, Literatur 14, Chemie 12, Economia 12, Physik 10, Geschichte 7 und Bio und Filosofia weiß ich noch nicht. Aber ist ja auch egal :) Alle, die insgesamt mit den Noten vom 1. Trimester nicht (mit einem speziellen Rechenverfahren) auf 14,5 Punkte oder so kommen, müssen am 3. Januar zu Extra-Unterricht in die Schule und haben dann einen speziellen Stundenplan. Alle, auf die das nicht zutrifft, haben bis zum 10. Ferien, und da ich komplett rausfalle, habe ich ebenfalls bis zum 10. frei :)
Am Montag sind wir dann noch mit ein paar Schülern aus meiner Klasse und aus der Parallelklasse essen gegangen -> Weihnachtsessen :)
Gestern ist dann Jaqueline, eine mit der ich mich mit am besten verstanden habe, heim geflogen. Ich bin dann mit anderen Austauschschülern zum Flughafen gefahren, um sie zu verabschieden. Es macht mich schon traurig, das sie weg ist! Am Abend fand die Novena dann bei uns zu Hause statt, und es gab sogar eine Art Glühwein und gebrannte Mandeln. Es hat eigentlich nur der Weihnachtsmarkt, der Duft und die Kälte gefehlt. Hier ist es zwar im Moment auch ein bisschen kälter, doch mit Deutschland kann es nicht mithalten. Mittags ist meistens die Sonne draußen und es ist ziemlich warm, aber am Nachmittag regnet es dann. Die Kälte ist hier aber irgendwie anders. Auch wechselt es stark zwischen warm und kalt und somit friert man hier schneller.
Naja… in 2 Tagen ist Weihnachten und deshalb wünsche ich schon mal allen „Frohe Weihnachten“ und „einen guten Rutsch“! :)