Montag, 27. Dezember 2010

Navidad en Ecuador

Weihnachten in Ecuador ist schon was anderes als zu Hause mit der Familie, aber ich kann trotzdem schon mal vorweg sagen, auch wenn viele Tränen geflossen sind, meine Familie hat echt versucht, das ich ein schönes Fest habe und es ist ihnen gelungen!
Also wie ich ja schon in meinem letzten Blog-Eintrag erwähnt habe, wird hier schon 9 Tage vor dem Heiligen Abend mit dem Feiern begonnen. Hier werden die sogenannten „Novenas“ gefeiert. Zu jedem Tag gibt es eine Geschichte von der Reise von Maria und Josef bis letztendlich am 24. Jesus geboren wird. Vor und nach der Geschichte wird ein Gebet gesprochen und dazu noch ein „Vater Unser“ und ein Rosenkranz gebetet. Am Schluss gibt es dann etwas zu Essen.
Am Donnerstag wollte ich nicht wie den Ferientag davor die ganze Zeit zu Hause verbringen und so habe ich mich zusammen mit meiner Schwester und Andrea (einer deutschen Freundin) auf den Weg in die Altstadt, das Zentrum, von Quito gemacht. Vicky und ich sind mit dem Bus (das 2. Mal in ihrem Leben, dass sie Bus gefahren ist) nach Quito. In der Rio Coca, Buslinien-Zusammenlauf-Stelle, haben wir uns mit Andrea getroffen und sind mit dem Bus weiter ins Zentrum. Die Busfahrt dauerte eine knappe halbe Stunde. Die Busse sind hier eigentlich immer voll und wenn man denkt es passen nicht mehr Leute in den Bus, kommen sie doch noch irgendwie herein. Dabei muss man gut auf seine Taschen aufpassen, denn es gibt in den Bussen viele Taschendiebe.
Im Zentrum sind wir am „Plaza de Independencia“ ausgestiegen. Dort befindet sich eine Kirche und der Präsidentenpalast. Nach einem Sandwich sind weiter zur „Iglesia de San Francisco“. Wir haben 2$ Eintritt für das Museum bezahlt und haben uns die Ausstellung angeschaut. Man muss dazu sagen, dass es hier in Ecuador 3 unterschiedliche Eintrittspreise gibt: 1.Schüler National 2. Erwachsener National 3. Ausländer. Ist hier einfach so, warum auch immer?!
Im Innenteil des gesamten Gebäudes, welches aus Kirche und Kloster besteht, gibt es einen wunderschönen Innenhof. Im Museum werde Kunstwerke über Francisco, Jesus und Maria ausgestellt, welche aus einer ehemaligen Kunstschule bestehen. Auch findet jedes Jahr in der Weihnachtszeit eine Krippenausstellung statt, die wir uns natürlich auch noch angeguckt haben. Die Krippen sind nicht wirklich alle schön gewesen, aber naja :D
Danach haben wir noch einen Blick in die Kirche geworfen, die im Moment teilweise renoviert wird und haben uns dann auch schon wieder auf den Weg gemacht. Im Zentrum gibt es einige Kirchen, die auch wirklich schön sind. Wir haben eine Kirche besucht, dessen Innenraum komplett mit Gold ausgestattet ist. Wunderschön, wirklich! Und obwohl fotografieren verboten war mussten wir eins machen. Das Foto ist zwar nicht mit der Realität zu vergleichen, aber wenigstens ein Foto ;)
Schade an diesen Kirchen ist nur, das die Krippen mit bunten Lichterketten und BlingBling geschmückt sind. SCHLIMM!!! :D
Am späten Nachmittag ging es dann wieder mit dem Bus zurück, aber die Zeit im Zentrum war wirklich schön! Abends ging es natürlich wieder zu einer Novena und dann kam der Heilige Abend….
Morgens bin ich früh aufgestanden um mit Mama, Papa und Andreas zu Skypen. Mittags waren wir Sushi essen und um 6h ging es ab nach Quito zur Familie von Rolando. Es gab einen kleinen Snack bis alle da waren, es wurde die 9. Novena gehalten und Geschenke ausgepackt. Auch für mich hatte das Christkind (an das hier in Ecuador übrigens nicht geglaubt wird) etwas unter den Baum gelegt. Von Rolandos Bruder eine Tasche, seiner Schwester ein Galapagos T-Shirt und von Oma und Opa eine Kette und Ohrringe.
Um kurz nach 9h haben wir dann aber auch schon wieder auf den Weg nach Cumbaya zur Mutter von Paulina gemacht. Nach und nach sind alle eingetrudelt, doch dies dauerte bis fast halb 11h. Wir konnten dann endlich mit der Novena beginnen und danach wurden noch Familienfotos gemacht. Dies dauerte auch so seine Zeit, denn diese Familie besteht auch aus knapp 30 Personen und so war es bereits halb 12h bis mal gegessen wurde. Es gab, wie hier traditionell üblich ist Truthahn mit Reis, Rotkohl, verschiedenen Soßen… wirklich sehr, sehr lecker!

Nach dem Essen ging es dann an die Bescherung. Alle Geschenke wurden vorher unter den Weihnachtsbaum gelegt und so wurden diese einzeln von einer der ältesten Cousinen vorgelesen. Der Beschenkte hat sich dann zu erst bedankt und danach vor allen das Geschenk aufgemacht. Die Meisten von den Jugendlichen haben Klamotten(natürlich aus den USA mitgebracht) bekommen und da wurden natürlich einige Kommentare, Pfiffe und weiß nicht was noch abgegeben. Bei 30 Personen dauert das natürlich so seine Zeit. Um 2h sind wir dann endlich Heim und ich bin tot müde in mein Bettchen gefallen.
Am 1. Weihnachtsfeiertag, der hier nicht als dieser gefeiert wird, wurde das Frühstück zum Mittagessen (Truthahn vom Vorabend)umfunktioniert und danach die Bescherung zu Hause gemacht. Von meinen Gasteltern habe ich einen Pullover und Kopfhörer für den IPod bekommen und von Paulinas Mutter ein Armband, den Onkels und Tanten 3 T-Shirts und Ohrringe.
Leider kam mein Weihnachtspäckchen aus Deutschland nicht rechtzeitig an. Aber es wird schon noch kommen!!! Das Beste kommt zum Schluss!

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