Dienstag, 9. November 2010

"La fiesta de la mama negra" en Latacunga


Wie die Lateinamerikaner halt so sind, kamen Jorge, Antonio und Dina (Vater, Bruder und Schwester von Vicky) nicht um 5h, sondern erst um kurz vor 6h mich abholen. Wir sind dann auch nicht direkt nach Latacunga gefahren, sondern erst noch nach Quito, um ein paar Dinge zu regeln und etwas zu essen. Kurz nach 8h haben wir dann noch Dina´s Freund eingesammelt und sind nach Latacunga aufgebrochen. Kurz nach 10h erreichten wir dann unser Ziel.
Ich habe kurz mit Patricia und Lea (Vicky´s Mama und eine deutsche Austauschschülerin, die im Moment in Vicky´s Familie lebt) geredet und bin dann auch total müde ins Bett. Am Samstag hieß es dann auch schon um kurz nach 6h aufstehen. Nach dem Frühstück sind wir nach Ambato (eine Stadt 30 min von L.) gefahren, um 2 andere Austauschschülerinnen (Charlotte aus Deutschland und Diane aus den USA) abzuholen.
Dann ging es zurück, wir warteten auf Caitlin (aus den USA, wohnt auch in Latacunga), sind dann in die Stadt noch Katharina (eine weitere Deutsche, die allerdings mit einer anderen Organisation in Ecuador ist) abholen gefahren und danach zum Haus von Freunden von Lea und Caitlin, denn der Umzug zum Fest der Mama Negra sollte an deren Haus vorbei gehen.
Im Umzug gehen viele traditionell gekleidete Einheimische mit und es gibt viel Musik und Tanz. Auch gibt es weißgekleidete Menschen mit Stöcken. Diese ziehen dich vom Straßenrand, hüpfen um dich herum, reiben dich mit den Stöcken ab und zählen die höchsten Berge Ecuadors auf. Zum guten Schluss wird man dann noch mit irgendetwas alkoholischem bespuckt. Dies alles soll ein Jahr lang Glück bringen... Lea und mich hat es natürlich direkt am Anfang erwischt :D es war schon sehr lustig :D
Da auch einige Männer mitgehen, die ein ganzes gebratenes Schwein auf dem Rücken tragen und dazu noch kleine Meerschweinchen oder Hühner, zieht sich der Umzug hin, denn das alles zusammen ist ziemlich schwer. Deshalb müssen diese viele kleine Pausen machen, und somit wird der Zug ganz schön auseinander gezogen. Der Umzug hat knapp 3 Stunden gedauert.
Auch bekommt man immer wieder Snaps gereicht, den man trinken muss. Man wartet dann bis die Spender wieder weg sind, dreht sich einmal um und spuckt den Snaps wieder aus, denn sonst ist man ziemlich schnell betrunken.^^
Am Ende von so ziemlich allem kommt dann die Mama Negra. Eigentlich ein nicht so passender Name, denn diese Person ist ein Mann. Dieser wird jedes Jahr auserwählt und dann zur Feierlichkeit schwarz angemalt. Er trägt viele, bunte Kleider und hat eine Puppe in der Hand.
Nachdem der Umzug vorbei war, haben wir im Garten von den Freunden noch eine Fiesta mitten am Tag und mit der ganzen Familie (Tanten, Onkels,…) gemacht.^^ Es war sehr lustig! In Ecuador braucht man einfach nur Musik und Platz zum Tanzen und schon hat man eine Fiesta ;D Wir Deutschen haben dann auch einmal auf Disco-Pogo getanzt und ja…. Es war einfach schön :D
Am frühen Abend sind wir dann heim, denn wir wollten Abends mit den Freunden vom Nachmittag auf eine Party gehen. Doch Caitlins Mutter hatte es ihr verboten. Also sind die anderen Freunde auch nicht gegangen und wir haben uns stattdessen in einem Cafe getroffen. Dina und ihr Freund haben uns zusammen mit anderen Freunden dort hingebracht und auch wieder abgeholt. Doch wir sind nicht direkt nach Hause gefahren, sondern ziellos durch Latacunga geirrt. Dies nennt man wohl eine "vuelta" oder so und ist dort ganz normal. Einfach sinnlos zusammen mit Freunden durch die Stadt zu fahren.
Wir sind dann einen Feldweg lang, der auf einen kleinen Hügel führte. Dort astiegen wir aus, drehten die Musik auf und genossen einen super Blick über Latacunga bei Nacht. Ich unterhielt mich mit einem Ecuadorianer, der ein Jahr in den USA war über die Sicherheit in Latacunga und Quito. Er meinte Latacunga wäre total sicher, Quito dagegen weniger. Ungefähr 2 min später rief dann irgendwer…. Ins Auto, ins Auto!........ ich bin gerannt! Mein Herz hat so geschlagen! Also wir sind alle ins Auto, Türen zu, Licht aus! ...... Es wurde ein Licht gesehen, und sie dachten es wäre die Polizei^^, was nicht wirklich gut gewesen wäre, denn wir waren 11 Leute (in einem Auto für 7), nachts um halb 1 oder so und ja……. Es war auf jeden Fall ziemlich lustig, nachdem mein Herz sich wieder beruhigt hatte ;D Wir sind dann einen anderen Weg heim gefahren und dann sind wir, nachdem wir noch was gegessen hatten, totmüde ins Bett gefallen.
Am Sonntag sind wir dann nach dem Frühstück wieder nach Ambato Charlotte wegbringen gefahren und danach zu Caitlins Mutter zum Mittagessen. Am Nachmittag ging es dann leider auch schon wieder zurück nach Quito.

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