Nachdem ich aus Manabi zurück gekommen bin, hatte ich das Gefühl, als hätte ich einen Schritt zurück gemacht. Mein Heimweh kam wieder und ich wollte nicht in die Schule. Die 5 Tage Schule vor Casablanca waren nur eine Qual und ich war froh, als wir Donnerstags nur die ersten 4 Stunden Unterricht hatten. Anschließend hörten wir einen Vortrag zum Tag der Vereinten Nationen (24.10) und danach wurde in der Schule Guagua de Pan gegessen. Freitags war glücklicherweise um 10.30h schon Schulschluss.
Mittwochs hatte ich mich nach knapp einem Monat wieder mit meinem Counselor getroffen, denn dieser war für 3 Wochen in Europa (Deutschland, Österreich und Italien) gewesen. Von dort hat er mir eine ganz große Milka-Nuss mitgebracht! LECKER^^
Wir waren zusammen mit seiner älteren Tochter auf einer Ausstellung, bei der Kopien von Statuen aus dem Museum Louvre(Paris) und Kopien von alten Indigena-Funden ausgestellt waren. Diese Ausstellung nennt sich: tocar, mirar, sentir. Man darf die Ausstellungsstücke alle anfassen. Dies ist, finde ich, ist besonders für Sehbehinderte und Blinde eine sehr gute Sache!
Eine Freundin von Paulina, die in meiner Schule arbeitet, meinte schon, dass es für mich nicht wirklich gut wäre, die Familie zu wechseln. Pablo sagt auch, dass mehr als ein Wechsel nicht gut wäre, und somit sieht es für mich im Moment nur nach einem Familienwechsel aus. Auch meinte er, dass meine Probleme in der Schule auch daran liegen könnten, dass die Schule sehr klein ist und wir nur 14 Leute in der Klasse sind (8 Mädchen & 6 Jungs). Dazu kommt noch, dass ich die einzigste Austauschschülerin bin. Klar, normal sagt man, das es besser ist alleine zu sein, um besser ins Spanisch rein zukommen und nicht zu viel Englisch zu sprechen. Ich merke da leider nichts von und es wäre manchmal ein bisschen einfacher, einen "Gleichgesinnten" auf der Schule zu haben.
Auf jeden Fall war ich froh, als ich am Freitag um 11h zu Hause war und wusste, dass bis Mittwoch keine Schule ansteht. Denn in Ecuador wird am 2. November Allerheiligen gefeiert und am 3. Nov. ist Unabhängigkeitstag von Cuenca - also auch ein Feiertag.
Am Nachmittag haben wir dann Rolando von der Arbeit abgeholt und sind dann nach Casablanca gefahren. Casablanca ist 5 Stunden von Quito entfernt an der Küste und besteht zur Hälfte nur aus Ferienapartments. Diese ziehen sich den langen Sandstrand entlang. Am Strand gibt es Bars und viele kleine Stände mit Schmuck, Sonnenbrillen und Strandbekleidung. In der Nähe gibt es eine Tienda (ein kl. Supermarkt) und auch einen kleinen Fischmarkt.
Das Wasser des Pazifiks ändert je nach Wetterlage seine Farben (von türkis bis grau) und manche Häuser sehen aus wie in Griechenland (weiß mit blauen Fensterladen) :)
Insgesamt fällt auf, das die meisten Leute, die dort Urlaub machen, Blancos sind. Die Menschen, die dort in der Umgebung leben sind nämlich größtenteils afrikanischer Abstammung, heißt ihre Vorfahren kamen als Sklaven nach Ecuador.
Wir hausten zusammen mit einer befreundeten Familie in deren Apartment und ich teilte mir mit Vicky, der Tochter von den Freunden (Paula) und deren Freundin Julie ein Zimmer. Das Wetter war leider insgesamt die ganzen Tage nicht so schön; nur Samstag-Mittag war wirkliche eine knallende Sonne. Doch sonst war es größtenteils bewölkt. Es war zwar angenehm warm, doch wenn der Wind ging und auch Abends war es schon sehr frisch.
Wir waren eigentlich, ausgenommen zu den Mahlzeiten, immer draußen. Paula und Julie trafen Leute von ihrer Schule, doch die waren mir nicht so sympathisch und somit war ich froh, wenn ich mich mit 2 anderen Austauschschülerinnen, die auch aus Quito nach Casablanca gekommen waren, treffen konnte. Auch habe ich 2 Schüler vom Colegio Aleman (Deutsche Schule in Cumbaya) kennen gelernt, mit denen ich mich dann oft unterhalten habe.
Ein Highlight war auf jeden Fall, dass wir bestimmt 40 Babyschildkröten gesehen haben. Die Schildkröteneier waren (wie gewöhnlich) im Sand vergraben und nach dem Schlüpfen haben die Jungen sich dann den Weg zum Wasser gesucht :)))))
Ich liebe den Pazifik und das Essen da ;D Zum Frühstück gab es Platano (grüne Banane) mit Rührei, dann gab es Patacones (gebratene Platanos), Fisch, Shrimps.... MHHHH.... was mir allerdings nicht geschmeckt hat, waren die Herzmuscheln....
Am Mittwoch ging es dann um kurz vor 7h wieder zurück nach Quito, wo wir gegen 12h ankamen. Am Nachmittag habe ich dann zum ersten Mal den Bus nach Quito (0,25$) genommen, und mich mit 2 Freundinnen getroffen. Abends ging es dann auch wieder mit dem Bus zurück :)
Morgen fahre ich dann zur Familie von Vicky Su. Dieses Wochenende sind in Latacunga die Fiestas de la Mama Negra und sie haben mich zu dieser Feierlichkeit eingeladen. Ich werde davon dann berichten.
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